museum-digitalbrandenburg
STRG + Y
de
Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz Carl-Blechen-Sammlung der Stadt Cottbus bei der Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz [SFPM-CBS/224] Archiv 2022-12-30 19:45:33 Vergleich

Alter Mann in Ritterrüstung

AltNeu
1# Alter Mann in Ritterrüstung1# Alter Mann in Ritterrüstung
22
3[Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz](https://brandenburg.museum-digital.de/institution/23)3[Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz](https://brandenburg.museum-digital.de/institution/23)
4Sammlung: [Carl-Blechen-Sammlung Cottbus, Leihgabe der Stadt Cottbus an die Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schoss Branitz](https://brandenburg.museum-digital.de/collection/57)4Sammlung: [Carl-Blechen-Sammlung der Stadt Cottbus bei der Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz](https://brandenburg.museum-digital.de/collection/57)
5Inventarnummer: SFPM-CBS/2245Inventarnummer: SFPM-CBS/224
66
7Beschreibung7Beschreibung
8Der bärtige Alte muss sich auf seine Lanze stützen. Er hat seinen Helm abgenommen, blickt müde und zweifelnd zum Betrachter. Mit dem kühnen Bildausschnitt, der farbigen Intensität und den kräftigen Pinselstrichen ist das Bild ein typisches Spätwerk von Lovis Corinth. 8Der bärtige Alte muss sich auf seine Lanze stützen. Er hat seinen Helm abgenommen, blickt müde und zweifelnd zum Betrachter. Mit dem kühnen Bildausschnitt, der farbigen Intensität und den kräftigen Pinselstrichen ist das Bild ein typisches Spätwerk von Lovis Corinth. Es entstand 1915, ein Jahr nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Gleich zu Beginn des Jahres war Ostpreußen, die Heimat Corinths, von russischen Truppen überrannt worden. Hunderttausende waren auf der Flucht, viele Ortschaften wurden schwer zerstört. Erst im März 1915 gelang es, die russischen Einheiten vorläufig zu vertreiben. Aber auch schon in der Vorkriegszeit waren Ritter und Ritterlichkeit für Corinth wichtige Motive. Der Künstler war kompromisslos modern und anti-akademisch. Zugleich war Corinth ein deutscher Patriot. Seine Vaterlandsliebe war besonders ausgeprägt. Sich selbst und eine Reihe historische Persönlichkeiten, wie Luther, Götz von Berlichingen, Friedrich den Großen und Bismarck, malte er als Inbilder teutonischer Mannhaftigkeit. Der müde, alte Ritter, wohl ein indirektes Selbstbild, war der deutsche Mann, der der Ungerechtigkeit der Zeitläufe zum Opfer zu fallen drohte.
9Es entstand 1915, ein Jahr nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Gleich zu Beginn des Jahres war Ostpreußen, die Heimat Corinths, von russischen Truppen überrannt worden. Hunderttausende waren auf der Flucht, viele Ortschaften wurden schwer zerstört. Erst im März 1915 gelang es, die russischen Einheiten vorläufig zu vertreiben. Aber auch schon in der Vorkriegszeit waren Ritter und Ritterlichkeit für Corinth wichtige Motive. Der Künstler war kompromisslos modern und anti-akademisch. Zugleich war Corinth ein deutscher Patriot. Seine Vaterlandsliebe war besonders ausgeprägt. Sich selbst und eine Reihe historische Persönlichkeiten, wie Luther, Götz von Berlichingen, Friedrich den Großen und Bismarck, malte er als Inbilder teutonischer Mannhaftigkeit. Der müde, alte Ritter, wohl ein indirektes Selbstbild, war der deutsche Mann, der der Ungerechtigkeit der Zeitläufe zum Opfer zu fallen drohte.
10 9
111942 kaufte der Oberbürgermeister von Cottbus aus der berühmten Sammlung Glosemeyer dieses Bild für 18.000 Reichsmark, obwohl Corinths Spätwerk ab 1939 den Nationalsozialisten als „entartet“ galt und in der gleichnamigen Ausstellung in München gezeigt wurde. (Zum Handel eines Corinth-Bildes und Erwerbsstrategien eines Stadtmuseums in der NS-Zeit vgl. Caroline Flick: Helene Haases ”Hagemeister“ unter http://carolineflick.de/publikationen/Helene-Haases-Hagemeister.pdf, S. 15/16 und 26).101942 kaufte der Oberbürgermeister von Cottbus aus der berühmten Sammlung Glosemeyer dieses Bild für 18.000 Reichsmark, obwohl Corinths Spätwerk ab 1939 den Nationalsozialisten als „entartet“ galt und in der gleichnamigen Ausstellung in München gezeigt wurde. (Zum Handel eines Corinth-Bildes und Erwerbsstrategien eines Stadtmuseums in der NS-Zeit vgl. Caroline Flick: Helene Haases ”Hagemeister“ unter http://carolineflick.de/publikationen/Helene-Haases-Hagemeister.pdf, S. 15/16 und 26).
1211
30## Bezug zu Orten oder Plätzen29## Bezug zu Orten oder Plätzen
3130
32- [Schloss Branitz](https://brandenburg.museum-digital.de/oak?ort_id=38394)31- [Schloss Branitz](https://brandenburg.museum-digital.de/oak?ort_id=38394)
32- [Ostpreußen](https://brandenburg.museum-digital.de/oak?ort_id=3065)
3333
34## Literatur34## Literatur
3535
47___47___
4848
4949
50Stand der Information: 2022-12-30 19:45:3350Stand der Information: 2023-10-05 23:55:03
51[CC BY-NC-SA @ Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz](https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/)51[Public Domain Mark @ Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz](https://creativecommons.org/publicdomain/mark/1.0/)
5252
53___53___
5454
Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz

Objekt aus: Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz

Das Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz ist eine selbständige öffentlich-rechtliche Stiftung des Landes Brandenburg. Branitz ist das...

Das Museum kontaktieren