museum-digitalbrandenburg

Close
Close
Historischer Lokschuppen Wittenberge Wagen

Wagen

Wagen im Historischen Lokschuppen Wittenberge

[ 7 Objects ]

Wagen Autotransportwaggon

Bei diesem Objekt handelt es sich um einen Autotransportwagen aus dem 1. Regierungszug der ehemaligen DDR. Der zuletzt als 60 50 99-54 679-4 bezeichnete Waggon wurde im Januar 2006 in letzter Sekunde vor der Verschrottung gerettet. Der ehemalige Pw4ü-30 (Gotha, 1930) überdauerte zuletzt als Bahndienstwagen im Leipziger Hilfszug die Zeit und kam erst 2004 nach Wittenberge ins ehemalige Raw.

Wagen Autotransportwaggon

Wagen Begleiterwagen

Der Wagen mit der Nummer 67 50 99-48 164-9 wurde 1986 im Ausbesserungswerk Halberstadt aus einem Reisezugwagen der Gattung Bghw umgebaut. Er diente als Unterkunft für das Begleitpersonal der Deutschen Reichsbahn für den K-Zug, der wie an anderer Stelle schon berichtet, verletzte russische Soldaten gen Heimat beförderte. Der Wagen war dem Bahnbetriebswerk Seddin zuordnet. Er befand sich bis 1993 im Bestand der Deutschen Reichsbahn und wurde dann an die Magdeburger Eisenbahnfreunde e.V. verkauft, die ihn im Magdeburger Hafen abstellten.

Der Wagen verfügt über vier Schlafabteile mit Doppelstockbetten, einen Aufenthaltsraum, eine kleine Küche sowie ein Badezimmer mit Toilette und Dusche. Den Wagen kann man mit Dampf von der Zuglok beheizen, mit einem eigenen Kohleofen oder elektrisch.

Wagen Begleiterwagen

Wagen Kesselwagen

Dieser Wagen wurde in den 1920er Jahren bei der Waggonfabrik Quedlinburg gebaut. Für welchen Erwerber dies geschah, ist heute leider nicht mehr nachvollziehbar. Wagen dieser Bauart wurden vielfach Industriebetriebe ausgeliefert, die ihre Waren (d.h. Flüssigkeiten) damit zu ihren Kunden transportieren ließen.

Unser Wagen war zuletzt bei der Osthannoverschen Eisenbahn als Wasserwagen eines Unkrautbekämpfungszuges eingesetzt. Danach stand er jahrelang im Ausbesserungswerk Bleckede abgestellt und wurde von uns im Jahr 2010 erworben und im Jahr 2014 restauriert.

Der Wagen ist heute im vermutlichen Zustand der 1920er Jahre lackiert. Als Eigentümerbezeichnung ist Samuel Herz Oelfabriken Wittenberge AG angebracht und soll an diese Firma mit ehemals großer Bedeutung für die Stadt Wittenberge erinnern. Diese Firma firmierte später als Märkische Ölwerke AG und zu DDR-Zeiten unter VEB Märkische Ölwerke Wittenberge und stellte Öl auf pflanzlicher Basis für technische und Speisezwecke her. Anfang der 1990er Jahre wurde der Betrieb eingestellt.

Wagen Kesselwagen

Wagen K-Wagen

Bei den beiden Güterwagen der Gattung K handelt es sich um zwei zweiachsige Flachwagen, wie sie in den 1930er bis 1950er Jahren zu Tausenden für die Deutsche Reichsbahn und Deutsche Bundesbahn gebaut wurden. Unsere beiden wurden in den 1950er Jahren für die Deutsche Reichsbahn gebaut und dienten den Transport sperriger Güter, die nicht wetterempfindlich waren. Man kann ihre Ladebordwände separat nach unten klappen und die Wagen dann von einer Rampe aus befahren. Auch verfügen sie über Aufnahmen für sogenannte Rungen. Dabei handelt es sich um Metallprofile, die in die Seitenwände der Wagen eingesteckt werden und das Herunterrollen von höher gestapeltem Ladegut verhindern sollen. Die Wagen haben eine Länge von 16,55 m und ihre Ladefläche misst 43 Quadratmeter.

Wagen K-Wagen

Wagen B3yg

Wie die Deutsche Reichsbahn (DR) hatte auch die Deutsche Bundesbahn (DB) nach dem Zweiten Weltkrieg bis in die 1960er Jahre hinein neben einem deutlichen Mangel an Eisenbahnwagen auch mit einer erheblichen Überalterung des Wagenparks zu kämpfen. Noch immer bildeten in den 1950er Jahren 22.345 zwei-, drei- und vierachsige Abteil- und Großraumwagen früherer preußischer und bayerischer Bauarten aus der Zeit vor und nach dem Ersten Weltkrieg das Gros des Wagenparks für Personen- und Eilzüge. Die wenigen für den Eilzugverkehr beschafften Städtewagen von Anfang der 1950er Jahre reichten bei weitem nicht aus, die wenig zeitgemäßen Betriebsmittel für den Personenverkehr zu erneuern und zu verjüngen, zumal auch der Unterhalt einen erhöhten Aufwand bedeutet hatte. Das Aufkommen an Stahl und anderen Rohstoffen der noch jungen Bundesrepublik ließ eine umfassende Erneuerung zur damaligen Zeit noch nicht zu. Wie die DR in den 1960er Jahren ging auch die DB notgedrungen bereits ab 1953 dazu über, die Vorkriegswagen einer Modernisierung zu unterziehen – schlicht und einfach Umbau genannt.

Die Bundesbahn-Hauptverwaltung beauftragte im Sommer 1953 das Bundesbahn-Zentralamt (BZA) in Minden gemeinsam mit Waggonbaufirmen einen Entwurf zum Umbau der Vorkriegswagen vorzulegen, von denen nur die Räder und das Untergestell der Fahrzeuge übernommen werden sollten. Der Wagenkastenaufbau hingegen sollte durch einen Neubau ersetzt werden.

Einen ersten Probewagen baute das Ausbesserungswerk (AW) Ludwigshafen im Jahr 1953 aus einem alten Länderbahnwagen um. Im Januar 1954 begann dort die Serienfertigung, der sich die AWe in Hannover, Karlsruhe und Limburg an der Lahn anschlossen. Von den mit einem hölzernen Wagenkastenaufbau versehenen Abteilwagen wurden nur die Bodengruppe (die auf ein einheitliches Maß von 13 Metern Länge gebracht wurde), das Fahrwerk und die Bremsanlage übernommen. Auf dem alten Fahrwerk wurde schließlich ein Wellblechboden aufgeschweißt. Ansonsten wurde ein neuer stählerner Wagenkasten hergestellt.

Insgesamt wurden drei Wagenbauarten verwirklicht. Wagen der dritten Klasse (C3yg(e)) hatten sieben Fenster je Wagenseite und 62 Sitzplätze in 2+3-Anordnung in zwei Abteilen zu vier bzw. drei Sitzgruppen. Eins dieser Abteile war als Raucher-, das andere als Nichtraucherabteil ausgewiesen. Die gemischtklassigen BC3yg(e) boten 24 Plätze (Raucher) der dritten und 24 der zweiten Klasse (8 Nichtraucher, 16 Raucher).

Bereits 1954 konnten mehr als tausend Wagen dem Betrieb übergeben werden. Bis 1958 wuchs die Zahl auf 6.500 Exemplare an, 25 Prozent des Gesamtwagenbestandes der Bundesbahn. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit betrug anfangs 90 km/h, welche damals für Personenzüge die Regel war; diese wurde bei einigen Wagen in den 1970er Jahren auf 100 km/h erhöht. (Quelle bis hierher: Wikipedia)

Unsere Wagen wurden Anfang der 1980er Jahre in Bauzugwagen umgebaut. Hierzu wurden die Inneneinrichtungen komplett entfernt und je nach Bedarf Büroabteile, Werkstattabteile, Duschen- oder Kücheneinrichtungen eingebaut.

Wagen B3yg

Wagen Güterwagen Hbs

Die Deutsche Reichsbahn ließ ab 1966 mehrere Tausend zweiachsiger, gedeckter Güterwagen der Gattung Gbs bzw. Hbs bauen. Die Wagen bestehen aus einer Stahlkonstruktion und verfügen auf beiden Längsseiten über je eine große Schiebetür und zwei Lüftungsklappen. Ihre Ladefläche von ca. 25 m² bot ausreichend Stauraum für nässeempfindliche Güter, insbesondere Stückgut.

Einige Hundert dieser Wagen waren außerdem mit zwölf doppelstöckigen Klappbetten ausgerüstet, die im normalen Güterzugeinsatz zusammengefaltet an den Wänden hingen. Die Wagen wurden jedoch auch als Truppentransporter benutzt. In diesem Fall wurden die Betten ausgeklappt und mit Strohsäcken bedeckt, um den Soldaten eine mehr oder weniger (un-)bequeme Schlafstätte zu bieten. Diese Ausstattung bieten auch unsere beiden Wagen, die zudem auch mit Kanonenöfen ausgestattet waren. Die Vorstellung an diese Art der Personenbeförderung ist wahrlich keine angenehme, denn die Wagen haben weder Beleuchtung noch sanitäre Möglichkeiten.

Wagen Güterwagen Hbs

Wagen Wohnschlafwagen

Dieser Wohnschlafwagen wurde unter der 1955 von Talbot in Aachen gebaut. Er wurde unter der Nummer Köln 6202 von der Deutschen Bundespost mit der Gattung 2-a/14, also 2achsiger Bahnpostwagen mit 14 Metern Länge verwendet. Der Wagen enthielt zwei Briefräume und einen Aussackraum. Später wurde er zu einem Begleiterwagen der Firma Interfrigo umgebaut. Er diente als Unterkunft des Begleitpersonals der Maschinenkühlzüge, die zwischen den Seehäfen der Nordseeküste und Südosteuropa, sogar bis in den Iran und Pakistan, liefen.

Wagen Wohnschlafwagen