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Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg Möbel [HM 2704/1]

Guéridon (1von2) aus der Elfenbeingarnitur des Johann Moritz von Nassau-Siegen

Guéridon (1von2), HM 2704. (Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg CC BY-NC-SA)
Herkunft/Rechte: Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg / Pfauder, Wolfgang / Lindner, Daniel (CC BY-NC-SA)

Beschreibung

Guéridons genannte kleine Beistelltische wurden im 17.–19. Jahrhundert gern vor Spiegel seitlich von Tischen gestellt, damit die darauf stehenden Kerzenhalter die Helligkeit spiegelten und vervielfältigten. Die Guéridons gehörten zu einer vollständigen Zimmerausstattung, die Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg (1620–1688) 1652 von Johann Moritz von Nassau-Siegen (1604–1679) erwarb. Ihr gedrehter Fuß aus afrikanischem Elfenbein trägt eine einfache viereckige Platte. Das ursprüngliche Ensemble umfasste einen Tisch, eine Bank, zwei Armlehnstühle mit jeweils einem Hocker, zwei Spiegelrahmen, zwei Guéridons, einen Kronleuchter, einen Kabinettschrank sowie einen Mörser mit Stampfer. Heute existieren nur noch wenige Möbelstücke aus der Sammlung von Kurfürst Friedrich Wilhelm, was den einzigartigen Charakter der gesamten Garnitur hervorhebt.

Die Entstehungsgeschichte dieser Garnitur beginnt in Brasilien. Johann Moritz verwaltete dort ab 1637 die Besitzungen der Niederländischen Westindien-Kompanie, wo er die von Sklavenarbeit abhängige Zuckerindustrie wiederbelebte. Mit den daraus resultierenden Gewinnen pflegte er sein Interesse für Kunst und Natur. Wissenschaftler und Künstler kamen nach Brasilien, um davon zu profitieren. Zudem brachten Schiffe neben angekauften Sklaven auch Elfenbein von der westafrikanischen Küste nach Brasilien. Dort wurde das Elfenbein weiterverarbeitet oder als wertvolles Material verwahrt. Eine Auflistung der 1644 zurückgeführten Objekte aus Brasilien nach Europa bestätigt, dass die Guéridons bereits in Brasilien entstanden waren. Es sind heute die einzigen noch bekannten Möbel aus Holländisch-Brasilien aus der Sammlung des Johann Moritz. Kurfürst Friedrich Wilhelm und Johann Moritz verband im Laufe ihres Lebens eine fast freundschaftliche Beziehung, wobei der Kurfürst vom künstlerischen Interesse und den Verbindungen des Fürsten von Nassau-Siegen profitierte. So gelangte die einzigartige Elfenbeingarnitur nach Brandenburg. Der Kurfürst kaufte sie zusammen mit anderen Kunstwerken, Waffen und Büchern im Gegenzug für Ländereien in Kleve im Wert von 50.000 Talern.

Im Zweiten Weltkrieg gelangten die Guéridons zusammen mit den anderen Möbelstücken in das thüringische Schloss Molsdorf. Wahrscheinlich wurden sie dort zusammen mit dem Spiegel und einem viereckigen Tisch von den anderen Möbelstücken getrennt und gelangten nach Schloss Arnstadt. Dank ihres glücklichen Auffindens vor wenigen Jahren können die Guéridons zusammen mit den anderen Möbelstücken des Ensembles wieder vereint im Schlossmuseum Oranienburg präsentiert werden.

Carolin Alff

Material/Technik

Massiv: Elfenbein – Eiche (Holz)

Maße

Außenmaß: Höhe, mit Platte: 85.00 cm Breite: 23.50 cm Tiefe: 24.00 cm

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Literatur

Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg

Objekt aus: Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg

Die Hohenzollern ließen ab dem 17. Jahrhundert neben ihrer Hauptresidenz in Berlin verschiedene Schloss- und Gartenanlagen in der Havellandschaft...

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