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Museum Eberswalde Holzbildtafeln [0001235]

Vorschuss-Verein 1902: "Kurhaus Gesundbrunnen"

Holzbildtafel "Kurhaus Gesundbrunnen" (Museum Eberswalde CC BY-NC-SA)
Herkunft/Rechte: Museum Eberswalde (CC BY-NC-SA)

Beschreibung

1862 erwarb der praktische Arzt Dr. Johann Ernst Friedrich Heyer (1819-1875) den 1795 vom Apotheker Mertens begründeten und 1818 vom damaligen Stadtphysikus Dr. Raumer übernommenen Gesundbrunnen von dessen Erben (vgl. Inv.-Nr. V 6456 K2 und V 5883/1 K). Damals war dieser Brunnen ebenso wie das Bade- und Kurwesen von Eberswalde bereits im Niedergang begriffen, Heyers Schritt also ein Risiko. Nach seinen Aussagen sanken die Einnahmen der hiesigen Bäder, weil „1. die berühmten Quellen und größeren Badeörter durch die Eisenbahnen leichter und billiger vom Publikum erreicht werden können; 2. weil die auswärtige und hiesige Concurrenz die Preise der Bäder ums 3fache herabgedrückt haben; 3. weil Heizmaterial und Bedienung fast zwei Mal so viel kosten (und) 4. weil der Zeitgeist die Wirksamkeit der Quellen anzweifelt“. (Fischer 2002, S. 96f.) Hinzugefügt werden muss noch die Existenz einiger Badeanstalten innerhalb Eberswaldes, die unter sich und gegenüber dem Gesundbrunnen ebenfalls Konkurrenten waren. Wie ein Symbol dieses Niedergangs wirkte der Brand in der Nacht zum 30. Dezember 1889, bei dem die gesamte Gesundbrunnenanlage zerstört wurde. 1890 übernahm eine Kommanditgesellschaft das Anwesen und eröffnete am 1. Juni 1891 das hier abgebildete „Bade-Hotel Gesundbrunnen“. 1898 endete der Badebetrieb, wenngleich der Hotelbetrieb weiterlief. 1921 kaufte die Stadt das Grundstück und trat es 1935 an die Preußische Feuerwehrlöschkasse ab, die das Hotel zur Reichsfeuerwehrschule umfunktionierte. 1945 wurde der Bau zerstört. Heute erinnert nichts mehr an diesen stadthistorisch bedeutsamen Ort. [Thomas Sander]

Beschriftung: m.o.: 1902.; m.u.: Eberswalder Credit-Bank.

Material/Technik

Öl auf Holz

Maße

Höhe: 32,5, Breite: 42, Tiefe: 2 cm

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Literatur

Schlagworte

Objekt aus: Museum Eberswalde

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