museum-digitalbrandenburg

Close

Search museums

Close

Search collections

Wendisches Museum Literatur [X 6852/S]

Wendisches Gesangsbuch

Wendisches Gesangsbuch (Wendisches Museum / Serbski muzej CC BY-NC-SA)
Provenance/Rights: Wendisches Museum / Serbski muzej / Dietmar Fuhrmann (CC BY-NC-SA)

Description

Pfarrer Albin Moller (1541 - 1618) aus Straupitz verdanken wir das erste gedruckte wendische Buch - ein 1574 in Bautzen gedrucktes niedersorbisches Kirchgesangbuch. Nur ein Exemplar blieb erhalten. Der brandenburgische Kurfürst Friedrich Wilhelm (1620 - 1688) hatte 1667 im Wendischen Distrikt der Kurmark, d.h. in den Dörfern um Beeskow, Storkow, Teupitz und Zossen, die Vernichtung aller wendischen Bücher und die Abschaffung wendischer Gottesdienste angeordnet. 1668 erarbeitete das Lübbener Oberkonsistorium auf Befehl des Herzogs Christian I. von Sachsen-Merseburg eine "Ohnvorgreifliche Monita, wie im hiesigen Markgraftum die gänzliche Abschaffung der wendischen Sprache am ehesten könne befördert werden". Zu Förderern des Wendischen indes gehörte der deutsche Pfarrer Johann Ludwig Will (1710 - 1771). Er gab 1749 in Cottbus eine "Kleine Sammlung geistreicher Lieder" mit 211 Liedern heraus. In Lübben wurde 1769 das Gesangbuch "Lubnowski Szarski Sambuch" des deutschen Pfarrers Johann Gottlieb Hauptmann (1703 - 1768) gedruckt, das bis 1863 im Gebrauch blieb. Hauptmann verfasste 1761 auch eine wendische Grammatik und schrieb im Vorwort: "… niemand hasset und verachtet die Wendische Sprache, als der sie nicht verstehet." Er prognostizierte: "... ja ich wette, daß die Wendische Sprache dich und mich überleben werde." Das Evangelische Konsistorium in Brandenburg meinte 1821: "Nimmt man nämlich auf das unmittelbare Bedürfnis Rücksicht, so muß allerdings an eine neue Auflage gedacht werden. Erwägen wir aber, daß jeder neue Abdruck eines wendischen Gesangbuches die Wenden im Festhalten und Gebrauch ihrer Muttersprache wieder auf lange Zeit befestige ..., so scheint diese Forderung eines solchen Werkes wieder gar bedenklich." 1915 gab die Vereinigung Maśica Serbska in Cottbus das für fast einhundert Jahre letzte Gesangbuch heraus. Im Dezember 2007 erschien das neueste niedersorbisch-wendische Choralbuch "Duchowne kjarliže" - eine bibliofile Kostbarkeit, nicht zuletzt durch den Druck in traditioneller Schwabacher Schrift und moderner lateinischer Schrift.

Material / Technique

Druck, Papier

Published ...
... who:
... when
... where

Tags

 /> </a><a href= /> </a><a href=

[Last update: 2017/05/13]

Usage and citation

Cite this page
The textual information presented here is free for non-commercial usage if the source is named. (Creative Commons Lizenz 3.0, by-nc-sa) Please name as source not only the internet representation but also the name of the museum.
Rights for the images are shown below the large images (which are accessible by clicking on the smaller images). If nothing different is mentioned there the same regulation as for textual information applies.
Any commercial usage of text or image demands communication with the museum.