museum-digitalbrandenburg

Close

Search museums

Close

Search collections

Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg Glas [XIII 66]

Grimnitzer Vierkantflasche

Grimnitzer Vierkantflasche (Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg CC BY-NC-SA)
Provenance/Rights: Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg / SPSG (CC BY-NC-SA)

Description

Vierkantflasche aus lichtgrünem Glas mit annähernd quadratischer Grundfläche und flacher Schulter. Um die Schulter umlaufend zwei Reihen aus weißen Emailpunkten und einer weiteren Reihe außen aus blauen Punkten. Dazwischen ebenfalls blaue Punkte im Wechsel mit roten Punkten, die von einem Kreis aus weißen Punkten eingefasst sind. Auf der Schauseite der Wandung in feiner polychromer Emailbemalung das brandenburgische Wappen mit reicher Helmzier und auf der gegenüberliegenden Seite ein pommersches Wappen über der Jahreszahl "1⋅5⋅9⋅6". Auf beiden dazwischenliegenden Seiten jeweils ein Gesteck aus Blattzweigen in Grün, Gelb, Rot, Blau und Weiß. Der ursprünglich wohl vorhandene Zinnschraubverschluss fehlt.
Vieles spricht dafür, dass es sich bei der Flasche um das älteste bekannte Erzeugnis aus der ersten brandenburgischen Glashütte in Grimnitz handelt. Nicht nur das aufgemalte brandenburgische Wappen, die Jahreszahl, der helle Farbton und der Blumendekor, auch der formale Vergleich mit den wenigen erhaltenen zuschreibbaren Gläsern bestätigen eine Verortung nach Brandenburg (vgl. Schicker, Gläserne Geschichte, 2017, Kat. 21, S. 52f.; Mirow, Marienwalder Vierkantflaschen, 1931, S. 1; Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, Abb. 3, S. 124; Schmidt, Das Glas, 1912, Abb. 111, S. 205f.). Die Flasche dürfte für den Gründer der Manufaktur Kurfürst Johann Georg (1525–1598) angefertigt worden sein, der sich oft in Grimnitz aufhielt. Mit Pommern verknüpfte er sein Haus, indem er seine älteste Tochter Erdmuthe (1561–1623) mit Herzog Johann Friedrich von Pommern (1542–1600) verheiratete. Robert Schmidt weist auf nahestehende Arbeiten aus Böhmen hin, die sich aus der Tätigkeit immigrierter Glasmaler in Grimnitz erklären, etwa die Flasche des Simon Koler, ehemals im Berliner Kunstgewerbemuseum (Schmidt, Das Glas, 1912, S. 179). Nach seinem Kenntnisstand wurde die erste Glashütte Brandenburgs erst 1601 gegründet, womit eine Verortung nach Böhmen nahe lag. Johann Moehsen hat hingegen dokumentiert, dass bereits 1582 und 1584 Deckelgläser mit dem brandenburgischen Wappen in Grimnitz bemalt worden sind (Friese, Glashütten in Brandenburg, 1992). Die Vierkantflasche ist im Inventar von Schloss Babelsberg gelistet. [Verena Wasmuth]

Material / Technique

Glas / modelgeblasen, emailbemalt

Measurements ...

Höhe: 24.50 cm

Created ...
... who:
... when
... where

Relation to persons or bodies ...

Literature ...

Tags

[Last update: 2018/12/11]

Usage and citation

Cite this page
The textual information presented here is free for non-commercial usage if the source is named. (Creative Commons Lizenz 3.0, by-nc-sa) Please name as source not only the internet representation but also the name of the museum.
Rights for the images are shown below the large images (which are accessible by clicking on the smaller images). If nothing different is mentioned there the same regulation as for textual information applies.
Any commercial usage of text or image demands communication with the museum.